Wie sich die Fehler gleichen

September 16, 2009

Ypsilanti hat im Wahlkampf erklärt, sie werde keinesfalls mit der Linken zusammenarbeiten, um Ministerpräsidentin zu werden.

Das hat Koch im Amt gehalten.

Steinmeier erklärt, er werde keinesfalls mit der Linken zusammenarbeiten, um Bundeskanzler zu werden.

Das garantiert den die Parteien, die er bekämpfen will, dass wenigstens eine von ihnen an die Regierung kommt. Und da er außerdem die FDP angreift, arbeitet er außerdem noch aktiv daraufhin, eine Ampel und damit seine Kanzlerschaft zu verhindern.

Das ist nahezu eine perfekte Jobgarantie für Merkel.

Fazit: Wie vorher Ypsilanti die Wähler daran hinderte, Koch abzuwählen, so unternimmt Steinmeier jetzt dasselbe für Angela Merkel. Ein wichtiger Unterschied ist freilich: In Hessen war die Mehrheit gegen Kochs Wiederwahl, in Deutschland sieht es gegenwärtig mitnichten danach aus, dass die Wähler partout Merkel loswerden wollen. Aber eine linke Mehrheit ist gar nicht so unwahrscheinlich. Nur hat Steinmeier dafür Sorge getragen, dass die Merkel nicht gefährden wird.

Eine merkwürdige Art von Wahlkampf.

Ich schreibe das auf einem wenig gelesenen Blog, damit möglichst wenig diese SPD-Kritik wahrnehmen; denn ich glaube, dass weitere Stimmenverluste der SPD nicht gut für unsere Demokratie wären.

Aber ich will es öffentlich gemacht haben, bevor es im Nachhinein offenkundig wird.

Moltmanns Verständnis von Kirche

September 7, 2008

Kirche in der Kraft des Geistes im Jahr 1975 erschienen ist die Ekklesiologie Jürgen Moltmanns.Er versteht Kirche zum einen von ihren Mitgliedern her als die Gemeinschaft der Freunde Jesu (manifeste Kirche), zum anderen von ihrer Aufgabe her als Kirche des Reiches Gottes, die darauf hin arbeitet, den Benachteiligten ihr Recht zu geben.

Dabei stellt er heraus, dass gerade die Benachteiligten (ochlos) die Freunde Jesu seien, weil er weniger seine Zugehörigkeit zum Gottesvolk Israel (laos) als seine Gemeinschaft mit den Außenseitern (Freund der Sünder und Zöllner – Lukas 7, 34) betont habe. Deshalb könne christliche Gemeinschaft erst dann entstehen, wenn die Nichtbenachteiligten ihre Scheu gegenüber den Benachteiligten überwinden. Das konkretisiert er insbesondere am Umgang von Behinderten und Nichtbehinderten. Ein Menschenbild, das auf Leistung, Genuss, Schönheit und Macht ausgerichtet ist und Leid aus dem Blickfeld zu rücken versucht (“Aussätzigensyndrom”) macht daher seiner Meinung nach christliche Gemeinschaft unmöglich.

Im Zusammenhang von Moltmanns Verständnis von Trinität lässt sich dieses Buch auch als seine Behandlung des Heiligen Geistes verstehen.


Gottesbegriff

August 31, 2008

Trinität soll für Moltmann die lebendige Gottesbeziehung eines jeden Christen im Glauben und im Gebet fassen, nicht als unverständliches Geheimnis, sondern als unterschiedliche Erfahrung von Individuum, Beziehung und Prozess.

Wahrheit

August 31, 2008

Moltmann geht von der Überzeugung aus, dass “Wahrheit sich menschlich gesehen im unbehinderten, wenn schon nicht “herrschaftsfreien”, so doch wahrheitssuchenden Dialog ereignet”. (sieh Moltmann: Weiter Raum, S.274)

vgl. dazu Bonhoeffers Überlegungen dazu, dass menschliche Wahrheit nicht als Übereinstimmung von Aussage und Sachverhalt definiert werden könne.

Einwohnendes Denken

August 31, 2008

Man kennt Herbert Marcuses Kritik am eindimensionalen Menschen und damit am eindimensionalen Denken.

Moltmann begnügt sich aber nicht wie Marcuse mit dem zweidimensionalen dialektischen Denken, sondern fordert ein dreidimensionales (er nennt es auch trinitarisch oder perichoretisch (vgl. Johannes 17,21) oder anknüpfend an die jüdische Glaubenstradition der Schechina einwohnendes – vgl. Jesaja 57,15) Denken.

(vgl. Moltmann: Weiter Raum, S.275)

Moltmann

August 25, 2008

Moltmanns Autobiographie “Weiter Raum” ist sehr anregend, und ich möchte einige Überlegungen anknüpfend an von ihm geäußerte Vorstellungen hier einführen.


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